
Sich selbst zu finden, zu sich finden, ist eins der wichtigsten Themen, damit man als eigene Person gesehen wird und für seine Meinung selbst einstehen kann. Aber dafür muss sich meiner Meinung nach, nicht nur die Gesellschaft an die Nase fassen und alle akzeptieren. Jeder einzelne von uns muss an sich selbst arbeiten, sich selber finden.
Wissen, was ich will und wo ich hin will. Wie soll sonst die Gesellschaft das wissen und sich verändern?
Gerade in meiner Situation mit Behinderung, war es nicht immer leicht, sich zu finden und für sich selbst einzustehen. Aber was bleibt mir denn anderes übrig? Ich hatte zwei Optionen: Entweder ich bin eine eigenständige Person, die zu seiner Entscheidung steht oder ich lasse mich ein Leben lang von meinem Umfeld bevormunden. Was ich ja eh schon irgendwie tun muss. Aber wie findet man sich eigentlich selber? Ehrlich gesagt, keine Ahnung! Es gibt schließlich kein Patentrezept. Wenn ich ehrlich bin glaube ich, dass man ein Leben lang nach sich selbst immer wieder neu findet, finden muss. Manchmal ist es leicht, aber manchmal auch verdammt schwer. Ich kann euch nur erzählen, dass ich mich auf den Weg zur Selbstfindung gemacht habe. Ich sage extra auf den Weg, denn Selbstfindung ist nie wirklich abgeschlossen. Es ist ein Prozess. Ein Prozess über Jahre bis man sagen kann: „Ich bin die, die ich bin und dazu stehe ich!“ Wie schon gesagt, auch bei mir ist dieses Kapitel Selbstfindung noch lange nicht so richtig abgeschlossen. Dass es nicht leicht ist, soll euch aber nicht entmutigen. Denn es lohnt sich! Es macht einen stärker, man ist stolz auf sich, man weiß, wer man ist und was man will und kann danach handeln. Man erfährt auch so viel über sich und lernt sich selber eigentlich erst richtig kennen. Wieso reagiere ich z.B. Auf irgendwas so allergisch? Man kann sich gegenüber anderen behaupten und wer kennt das nicht, dass man sich irgendwie rechtfertigen soll?! Aber wie soll man sich rechtfertigen können, wenn man z.B. einfach nur die Meinung von anderen nachplappert ohne Beweggründe zu kennen? Und letztendlich geht es aber darum, wie soll ich meinen eigenen Weg finden und gehen, wenn ich nicht weiß, was das Beste für mich ist und ich mich einfach durch andere leiten lasse, nur weil es bequem ist.
Ich persönlich bezeichne mich schon immer als Einzelkämpfer. Klar, die meisten von euch glauben, ich bin immer selbstbewusst, lasse mich von nichts und niemandem unterkriegen, mach mein Ding. Aber am Ende des Tages habe auch ich dunkle Stunden, fühle mich alleine, hab Sorgen und Ängste, die ich im Alltag bewusst mit einem Lächeln überspielen und ich in den Momenten auch wieder daran erinnern muss, an mich zu glauben, meinen Weg zu gehen und auf mich und mein Herz hören muss. In diesen Momenten hilft mir die Musik. Genauer gesagt dieser eine Song, der mich schon über einige Jahre begleitet „GLAUB AN DI!“ von den Bayerischen Löwen. Dessen Bedeutung auf den ersten Blick eigentlich nicht so deutlich zu hören ist (für manche vielleicht auch nicht, weil es bayerisch ist :). Aber wenn man es in Ruhe anhört, dann ist die Botschaft schon recht deutlich. Glaub an dich, hör auf dein Herz, denn dein Herz weiß, was das Beste für dich ist. Geh deinen Weg! Also Leute, macht euch auf den Weg. Den Weg zur Selbstfindung und damit zu einer eigenständigen Person mit ihrem persönlichen Weg und letztendlich auch auf einen Platz in der Gesellschaft, in der man nicht mehr unsichtbar ist.