Drei Alltagstipps für Rollstuhlfahrer Teil 1

Ich frage euch ja immer wieder mal, welche Themen euch so interessieren. Ein Wunsch waren Alltagstipps. Ich denke mir, als Außenstehender hat man oft Angst was falsch zumachen, wenn man Menschen mit Behinderung begegnet. Aber wie verhalte ich mich eigentlich als Rollstuhlfahrer??

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Es ist bei vielen leider nicht selbstverständlich, dass man sich bedankt, wenn man z. B. die Tür aufgehalten bekommt. Sei also freundlich, auch wenn du es vielleicht als Rollstuhlfahrer selbstverständlich hältst oder auch selber könntest.

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In meiner Kindheit wurde ich auch oft angestarrt… Ich habe damals einfach zurückgestarrt, nichts gesagt oder auch gelächelt. Es ist wichtig, dass Kinder hinschauen dürfen und können. Und dass wir sie nicht zurückstoßen oder sogar Angst machen. Vielleicht habe ich das auch ab und zu durch mein Starren gemacht. Immer kann man halt auch nicht lächeln. Aber wie sollen Kinder als Erwachsene mal auf Menschen mit Behinderung zugehen können oder lernen, dass wir auch Menschen sind mit denen man reden und was unternehmen kann, wenn wir sie erschrecken und auf Abstand halten!?

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In manchen Situationen ist es für uns Rollstuhlfahrer eine große Überwindung, um Hilfe zu bitten oder anzunehmen.
Manchmal steht man beim Einkaufen 10 Minuten vorm Regal und möchte nicht nach Hilfe fragen. Aber meistens reicht schon ein „Hallo“ oder „können Sie mir bitte helfen ?“. Auch wenn es Überwindung kostet, also nimm deinen Mut zusammen. Trau dich andere Leute anzusprechen, und versuche Hilfe anzunehmen.

Ich persönlich muss auch oft akzeptieren, dass ich von anderen Hilfe annehmen muss. Z,b war ich letztes Wochenende im Kino. Der Kinosaal, in dem unser Film lief, war im Keller und der Aufzug funktionierte nicht. Also fragte mich meine Begleitung ob es okay wäre wenn sie mich runter tragen würde. Mein erster Gedanke war, „klar, geht ja nicht anders!“
Aber hätte ich das nicht zugelassen, wären wir wahrscheinlich in einen anderen Film gegangen mit dem Gedanken, dass wegen dem Rollstuhl wieder umgeplant werden musste. Aber was ich damit sagen will ist, dass man sich als Mensch mit Behinderung im Alltag oft überwinden muss, Hilfe anzunehmen. Klar, es ist nicht immer einfach und es nervt auch. Aber es ist kein Weltuntergang. Es ist etwas alltägliches für jeden von uns egal ob mit oder ohne Behinderung. Und vielleicht können wir dadurch Außenstehende auch die Angst nehmen oder die Bedenken, wie sie sich uns gegenüber verhalten sollen, wenn wir auch auf sie zu gehen. Natürlich ist es immer abhängig von wem man Hilfe angeboten bekommt, und in welcher Situation man steckt.