Glücklich sein

Glücklich sein ist das wichtigste! So wird es zumindest immer gesagt. Aber sind wir wirklich glücklich? Das ist die Frage, die uns alle irgendwie beschäftigt. Wenn man so wie ich mit dem Rollstuhl leben gelernt hat, ist die Definition vom Glück wahrscheinlich ganz anderes als ohne. Ich selbst frag mich oft „Mel, bist du wirklich glücklich?“ Am Ende des Tages ist die Antwort meistens mit vielen Selbstzweifeln schlicht weg „Nein, nicht so wirklich!“ Aber warum eigentlich? Ich kann doch eigentlich alles, außer laufen. In meiner Welt wird man täglich mit vielen schlimmen Schicksalsschlägen konfrontiert, als wie ich sie selbst erlebe. So dass ich mich selbst frage „wo ist dein Problem? Du kannst doch alles und trotzdem bist du unzufrieden?!“ Wenn man mich heute fragen würde, wann warst du so richtig glücklich, würde ich wahrscheinlich ohne zu überlegen antworten: in meiner Kindergartenzeit. Alleine aus dem Grund, weil ich zu der Zeit als Person, die ich bin, gesehen wurde ohne irgendwelche komischen Zurückhaltungen oder Sonderbehandlungen. Hört sich jetzt vielleicht blöd an, aber so ist nun mal die Realität. Ich hatte keinen Rollstuhl und war, wie jedes andere Kind. Natürlich ist man somit auch mehr akzeptiert worden. Leider wurde mir dadurch auch gezeigt, dass Glück vergänglich ist. Menschen, die man Freunde genannt hat, haben sich plötzlich abgegrenzt. Diese Erfahrung schmerzt bis heute, aber hat mich geprägt und zu der gemacht, die ich jetzt bin. Das ist vielleicht auch der Grund , wieso ich es schwierig finde dieses GLÜCKLICHSEIN auf ein paar bestimmte Jahre festzulegen. Weil ich finde, man bekommt vom Leben so viele Glücksmomente geschenkt, aber oft weiß man es erst im Nachhinein zu schätzen. Ich muss zugeben, dass ich mich manchmal selbst erwische, wie ich mich frage „warum ist dein Wunsch nach dem perfekten Leben so groß?“ Man ist doch gut, so wie man ist! Vor kurzem erst hatte ich wieder ein Gespräch mit jemanden ohne Behinderung, dass man sich als nicht Behinderter nur schwer in diese Lage hineinversetzen kann. Was für mich völlig ok ist, ich kann mich schließlich auch nicht in die Situation von jemanden ohne Behinderung hinein versetzen. Sicher ist Akzeptanz eines der wichtigsten Dinge in unserem Miteinander, aber es ist der Wille akzeptieren zu können und akzeptiert zu werden. Das erzähl ich euch aber dann in einem weiteren Beitrag.
Weil man merkt schon irgendwie hängt alles zusammen. Die Selbstzweifel, die man sich angeeignet hat, die Erfahrungen und Schicksalsschläge, die einen geprägt haben, die Akzeptanz eines jeden einzelnen, was man als Glück sieht. Blickt man auf sein gesamtes bisheriges Leben, neigt man wahrscheinlich eher dazu die negativen Dinge zu sehen als die positiven. Wenn man sich selbst dann fragt, ob man glücklich ist.. Klar, dass die Antwort eher negativ als positiv sein wird. Ich muss mich selber immer wieder dran erinnern, auch an die kleinen Momente zu denken, ich finde diese sollte man auch nicht untergehen lassen.

𝑁𝑒𝑣𝑒𝑟 𝑔𝑖𝑣𝑒 𝑢𝑝!