Willkommen in der Dating Welt

Im letzten Beitrag habe ich euch schon einen kleinen Einblick gegeben, wie es ist jemanden kennenzulernen und von ihm so akzeptiert zu werden, wie man ist … Aber in diesem Beitrag erzähl ich euch, wie man in der 𝐷𝑎𝑡𝑖𝑛𝑔 Welt wahrgenommen wird, wenn man nicht der Norm entspricht. Den Wunsch nach der großen Liebe, nach Zärtlichkeiten oder einfach nach körperlicher Nähe hat ja irgendwie jeder. Heutzutage ist es fast schon normal, dass wir die Dating Apps öffnen und durch die verschiedenen Profile scrollen. Dadurch erhofft man sich meistens irgend eine Art und Weise der Bestätigung oder Nähe zu bekommen. Aber ich könnte euch tausend Storys erzählen, wie schwer es als Mensche mit Behinderung sein kann. Häufig erlebe zumindest ich Ablehnung von anderen in Bezug auf meinen Rollstuhl. Gerade in der Dating Welt geht’s für mich auch irgendwie um Inklusion und Akzeptanz. Ich weiß, dass diese schöne Onlinewelt sehr oberflächlich tickt. Genau aus diesem Grund traut man sich als Mensch mit Behinderung wahrscheinlich auch erst gar nicht auf solchen Plattformen unterwegs zu sein. Ich persönlich bin mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem ich sage „Zeig doch den Rollstuhl, sollen sie doch sehen was auf sie zukommt! Na und?!“ Das war aber nicht immer so. Als ich diese „normalen“ 𝐷𝑎𝑡𝑖𝑛𝑔 Apps für mich entdeckt habe, hatte ich nicht den Mut mich im Rollstuhl zu zeigen. Jeder kann sehen dass ich im Rollstuhl sitze, dass ich anders als andere bin! Nein… Sich zu verstecken nur weil man mehr Chancen hat, ist auf keinen Fall der richtige Weg. Das ist mir klar geworden. Aber genau dieses 𝑆𝑒𝑙𝑏𝑠𝑡𝑏𝑒𝑤𝑢𝑠𝑠𝑡𝑠𝑒𝑖𝑛 hat sich erst über die Jahre hinweg entwickelt, sodass ich jetzt dazu stehen kann, wer ich bin. Klar, ist es schwierig, weil man oft erst geliket wird und wenn man dann dem jenigen zurück liket, ist man plötzlich blockiert. Das macht natürlich was mit einem, da steckt schließlich ein Mensch mit seinem individuellen Charakter dahinter. Aber ihr könnt euch bestimmt vorstellen, dass ich es in solchen Situationen automatisch auf die Behinderung beziehe. Dann stellt sich auch immer irgendwie die Frage, wer macht den ersten Schritt…? Ich persönlich bin beim Daten noch ein bisschen alte Schule und warte bis der Mann den ersten Schritt macht. Man will ja erobert werden ;-). Wenn es dann zu einem Treffen kommt, weiß man(n) häufig nicht wie man(n) reagieren soll. Durch die meist neue Situation erlebe ich regelmäßig Berührungsängste und Unsicherheiten, wodurch ich selbst auch weiter verunsichert werde.
Aber um aufs Thema zurück zu kommen: Ich wünsche mir einfach, dass man als Mensch mit Behinderung den Mut hat, sich zu zeigen, gerade weil diese oberflächliche 𝐷𝑎𝑡𝑖𝑛𝑔-Welt und Internet-Welt oft so makellos erscheint. Dazu braucht man aber ein positives Umfeld, das einem beim Aufbau eines grundlegenden 𝑆𝑒𝑙𝑏𝑠𝑡𝑏𝑒𝑤𝑢𝑠𝑠𝑡𝑠𝑒𝑖𝑛𝑠 unterstützt…